Bühnenreif 1. Akt (1900–2016)

14.04.2017

23.09.2016 bis 23.04.2017  Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Aus Anlass des 100-jährigen Dada-Jubiläums stellt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck in zwei aufeinander bezogenen Ausstellungen das Thema der Bühne in der Bildenden Kunst vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart in den Mittelpunkt. Denn für die Dadaisten war die Bühne im «Cabaret Voltaire» Ausgangspunkt ihres erweiterten Kunstbegriffs.


Das wechselvolle Verhältnis von Bild und Bühne wird in den beiden «Bühnenreif» betitelten Ausstellungen im jeweiligen historischen Kontext umfangreich und gattungsübergreifend gezeigt. Den Auftakt bildet hierbei die Präsentation «Bühnenreif 1. Akt (1900 – 2016)», die Arbeiten von der klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst umfasst. Anhand von Bühnenmodellen, Kostümen, Installationen und Videoarbeiten sowie Malerei und Skulptur werden die Bezüge zwischen darstellender und bildender Kunst facettenreich vorgestellt.

Am Anfang der Ausstellung stehen vom Bauhaus, aber auch vom Futurismus und Suprematismus beeinflusste Bühnenentwürfe und -modelle von Alexandra Exter, Piet Mondrian, Vladimir Tatlin, Andor Weiniger und anderen. Die dramaturgische Bedeutung der Bühne, mit Vorder- und Hinterbühne, wird in einer ortsbezogenen Installation von Claus Richter befragt. Mit dem Wechselverhältnis zwischen Theater, Malerei und Zeichnung setzen sich Thomas Huber in einem Gemälde und Nadja Schöllhammer mit einer groß angelegten installativen Zeichnung sowie Cut-Outs, die gleich einem Bühnenbild in den Raum hineinwuchern, auseinander.

Weitere bedeutungstragende und wirkmächtige Elemente auf der Bühne sind Kostüme und Masken, aber auch der schauspielerische oder tänzerische Ausdruck des Darstellenden in Mimik, Gestik und Körpersprache. So werden Kostüme von Markus Lüpertz und Kostümentwürfe von Georg Grosz und Alexandra Hopf gezeigt, aber auch ein eindrückliches Video mit maskierten Tänzerinnen von Reut Shemesh. Ausdrucksstudien in den Videoarbeiten von Bill Viola oder von Arnulf Rainer übermalte Fotografien berühmter Schauspieler setzen in diesem Themenfeld starke Akzente.

In Anknüpfung an Sophie Taeuber-Arps herausragende Marionetten wird der Aspekt der Puppe auf der Bühne anhand von Marvin Gaye Chetwynds unheimlichen «Gatekeepern», einst Teil einer ihrer Performances, oder dem digitalen Marionettentheater von Torsten Jurell gezeigt. Irmel Droeses Setting aus zwei Stühlen und einer großen Puppe wird darüber hinaus in einem dazugehörigen Video verlebendigt.

Die Ausstellung bietet schließlich nicht nur kunsthistorische Einblicke, sondern ist zugleich als Erlebnisraum konzipiert, in den der Betrachter als Akteur unmittelbar einbezogen wird. Durch eine reale, eigens von der Künstlerin Isa Melsheimer für die Ausstellung gebaute und tatsächlich bespielbare Bühne ist die Ausstellung zugleich ein realer Theaterraum, der während der gesamten Ausstellung als solcher genutzt wird.


Ein Katalog, der das Thema der Bühne in der Kunst vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart umfassend beleuchtet, wird im November 2016 zur Eröffnung der Ausstellung «Bühnenreif 2. Akt (1600–1900)» erscheinen.

Bühnenreif 1. Akt (1900–2016)
23. September 2016 bis 23. April 2017

Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
D-53424 Remagen
T: 0049 (0)2228 9425-12
F: 0049 (0)2228 9425-21
E: info@arpmuseum.org
W: http://www.arpmuseum.org


Öffnungszeiten

Di bis So/Fe 11 - 18 Uhr

 


  • Marcel Dzama: MD/Dio 18, Let mischance be a slave to patience, 2010. Sammlung Schnetkamp; © Marcel Dzama, Sies + Höke, Düsseldorf. Foto: Achim Kukulies
  • Szenenfoto der Inszenierung 'Das Gasherz' von Tristan Tzara, Düsseldorfer Schauspielhaus. Bühnenbild und Regie: Daniel Spoerri, 1972; © Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf und Daniel Spoerri, VG Bild-Kunst, Bonn 2016. Foto: Bermbach
  • Nadja Schöllhammer: Guru (Detail aus Installation), 2014. © und Foto: Nadja Schöllhammer
  • Piet Mondrian: Bühnenmodell für Michel Seuphors »L’Éphémère est éternel« (1926), Rekonstruktion 1964. Collection Van Abbemuseum, Eindhoven; Foto: Peter Cox
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
D-53424 Remagen
T: 0049 (0)2228 9425-12
F: 0049 (0)2228 9425-21
E: info@arpmuseum.org
W: http://www.arpmuseum.org


Öffnungszeiten

Di bis So/Fe 11 - 18 Uhr

 


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