Benjamin und Brecht. Denken in Extremen

26.10.2017

26.10.2017 bis 28.01.2018  Akademie der Künste

Die Beziehung zwischen Walter Benjamin (1892–1940) und Bertolt Brecht (1898–1956) ist eine außergewöhnliche Konstellation: Kritiker und Dichter, Kommentator und Autor, Kunsttheoretiker und Regisseur, Wissenschaftler und Künstler, Metaphysiker und Rationalist. In ihren Konflikten wie im Produktiven, in der erstaunlichen Fähigkeit, Widersprüchliches gelten lassen zu können, in ihrem Zusammenklang wie im Verstörenden spiegelt die Beziehung zwischen Benjamin und Brecht das Jahrhundert der Extreme. Vieles, was sie umgetrieben hat, wirkt heute bestürzend aktuell: Was ist radikale Kunst? Wie begegnet man einer gesellschaftlichen Krise? Wer schreibt Geschichte?


Zum ersten Mal widmet sich eine Ausstellung dem Thema Benjamin und Brecht. Mit beiden zur Akademie gehörenden Archiven, dem Walter Benjamin Archiv und Bertolt-Brecht-Archiv sind die Voraussetzungen dafür ideal. Die Ausstellung zeigt die Aktualität dieser Freundschaft, das historisch Dokumentierbare, das Echo von Freunden und Feinden sowie Momente der Rezeption im Denken und in der Kunst. Sie geht aus von der persönlichen Nähe und reagiert auf den Umstand, dass die Namen Benjamin und Brecht Chiffren geworden sind, Modelle für die Kunst und die Weltbetrachtung.

Zu sehen sind eine Auswahl mitunter noch unbekannter Originale: Brechts Schachbrett und eine chinesische Laotse-Figur, Gedichtmanuskripte, Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Fotos – Schlüsseldokumente, die Dreh- und Konfliktpunkte der Begegnung aufzeigen. Ergänzt wird das historische Material durch originale Film- und Audiodokumente, darunter Aufzeichnungen früherer Brecht-Aufführungen. Hinzu kommen zeitgenössische künstlerische Arbeiten, die das Geschehen aus der Gegenwart kommentieren: Zoe Beloff, Adam Broomberg / Oliver Chanarin, Edmund de Waal, Felix Martin Furtwängler, Friederike Heller, Alexander Kluge, Mark Lammert, Jonas Maron, Thomas Martin / Irina Rastorgueva, Marcus Steinweg und Steffen Thiemann.


Publikation: «Benjamin und Brecht. Denken in Extremen», Erdmut Wizisla im Auftrag der Akademie der Künste, (Hg.). Suhrkamp, Berlin 2017, ET 23.10.2017. 280 Seiten, ca. 120 Abbildungen, ISBN 978-3-518-42083-6, EUR 32.-

Benjamin und Brecht. Denken in Extremen
26. Oktober 2017 bis 28. Januar 2018

Akademie der Künste
Hanseatenweg 10
D-10557 Berlin-Tiergarten
T: 0049 (0)30 20057 2000
E: info@adk.de
W: http://www.adk.de


Öffnungszeiten

Di bis So 11 - 19 Uhr

 


  • Bertolt Brecht und Walter Benjamin spielen Schach, 1934, Skovsbostrand/Dänemark. Foto: unbekannt; © Akademie der Künste, Berlin, Bertolt-Brecht-Archiv
  • Walter Benjamin vor dem Haus Bertolt Brechts, Sommer 1938, Svendborg, Dänemark. Foto: Stefan Brecht; © Akademie der Künste, Berlin, Fotosammlung Walter Benjamin Archiv
  • Bertolt Brecht, etwa 1931. Foto: unbekannt; © Akademie der Künste, Berlin, Bertolt-Brecht-Archiv
  • Holzschnitt aus Steffen Thiemanns Graphic Novel 'Mord im Fahrstuhlschacht' nach Benjamin und Brecht, 2017. © Steffen Thiemann
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Di bis So 11 - 19 Uhr

 


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