Basel Short Stories. Von Erasmus bis Iris von Roten

17.05.2018

10.02.2018 bis 21.05.2018  Kunstmuseum Basel

Die Ausstellung «Basel Short Stories» richtet einen Blick auf die umfangreiche und in mancher Hinsicht weltberühmte Sammlung des Kunstmuseums Basel und zeigt weniger bekannte Aspekte der Bestände in neuen Zusammenhängen. Sie vereint in einer kaleidoskopischen Gesamtschau illustre wie auch vergessene, private und welthistorische, zum Teil groteske Ereignisse aus der Geschichte der Stadt Basel und reflektiert diese anhand der Bestände des Kunstmuseums.


Die «Basel Short Stories» bringen das ausserordentliche Potenzial der Öffentlichen Kunstsammlung Basel durch einen vielfältigen Dialog zwischen vergessenen oder selten gezeigten Werken mit Ikonen der Sammlung auf neue Weise ins Bewusstsein der Besucher und Besucherinnen. Die Ausstellung spiegelt dabei alle Abteilungen von den Alten Meistern bis zur Gegenwart wider und wirft neues Licht auf den Humanisten Erasmus von Rotterdam, das Meisterwerk «Der tote Christus im Grab» von Hans Holbein d.J., die Zeichnerin und Forscherin Maria Sibylla Merian, den Historiker und Kunsthistoriker Jacob Burckhardt, den Philosophen Friedrich Nietzsche, den Basler Friedenskongress von 1912, die Eiskunstläufer Frick und Frack, den Entdecker des LSD Albert Hofmann und die Frauenrechtlerin Iris von Roten. Jeder Raum erzählt eine eigene Geschichte und verbindet sich zudem als Stimme mit dem Chor der Gesamtschau.

Die Mannigfaltigkeit der Akteure, Stimmen und Szenen weist das Museum als komplex-unberechenbaren, sich fortlaufend weiter entwickelnden Organismus aus. Kunstgeschichte, die dem Kanon folgt, tritt in den «Basel Short Stories» in den Hintergrund zugunsten einer freieren, assoziativen und lebendigen Gegenüberstellung von Kunstwerken und Dokumenten. Sie basiert auf der reichen Ideen- und Alltagsgeschichte dieser Stadt und den Personen, die mit Basel verbunden sind.

In neun Räumen entfalten sich visuelle Kurzgeschichten, initiiert durch Kunstwerke, Gegenstände und Dokumente aus den Sammlungen des Kunstmuseums, der Emanuel Hoffmann-Stiftung sowie weiteren privaten und öffentlichen Basler Sammlungen. Einige Räume wurden in enger Zusammenarbeit Silvia Bächli, Pipilotti Rist und Not Vital erarbeitet und gestaltet – Künstlerinnen und Künstler, die alle ebenfalls mit Werken in der Öffentlichen Kunstsammlung vertreten sind.

Die «Basel Short Stories» werden von diversen Programmen begleitet, darunter das abendfüllende, transdisziplinäre Format «Criss Cross». Dabei vertieft eine heterogene Gruppe von Gästen aus unterschiedlichen Perspektiven ausgewählte Themenbereiche der Ausstellung. Sie befragt sie vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Diskussionen und mischt dabei Kunst, Wissenschaft, Alltags-und Populärkultur.

Die Abende widmen sich psychotropen Substanzen, Fragen der Ökologie, Aspekten von Friedensbemühungen und –prozessen, Formen des Feminismus, aber auch der Verschränkung von Sport und Showbiz. Kooperationen wie das Projekt «Looping Journey» unter der Leitung des Gare du Nord, bei dem Laienchöre die Ausstellung experimentell vertonen, und ein auf den Basler Short Stories basierender «Kultur Stadt Plan» (realisiert von den Kulturhistorikerinnen Franziska Schürch und Isabel Koellreuter) vernetzen die Ausstellung buchstäblich mit der Stadt.

Die «Basel Short Stories» präsentieren Bekanntes und Unbekanntes neu und ermöglichen sowohl für Museums-Insider wie das allgemeine Publikum neue Einsichten in den unentdeckten Reichtum der Sammlung und ihre Entstehungsgeschichte. Die transdisziplinäre Anlage der Ausstellung ermöglicht den Einstieg für eine ganze Bandbreite an Zielgruppen.


Zur Ausstellung erscheint im Christoph Merian Verlag eine materialreiche Publikation, die Abbildungen, Zitate und Ausschnitte historischer Texte sowie Text von Experten aus unterschiedlichen Gebieten gleichwertig behandelt. Mit Beiträgen von Andreas Beyer, Andrea Bollinger, Bodo Brinkmann, Maike Christadler, Gabriel Dette, Patrick Düblin, Søren Grammel, Anita Haldemann, Josef Helfenstein, Michael Kessler, Andrea Maihofer, Ariane Mensger, Charles Ray, Sabine Söll-Tauchert, Monica Stucky, Hortensia von Roten, Regina Wecker, Maja Wismer u.a.


Basel Short Stories. Von Erasmus bis Iris von Roten
10. Februar bis 21. Mai 2018
Kunstmuseum Basel | Neubau

Kunstmuseum Basel
St. Alban-Graben 16
CH-4010 Basel
T: 0041 (0)61 20662-62
F: 0041 (0)61 20662-52
W: http://www.kunstmuseumbasel.ch


Öffnungszeiten

Di bis So 10 - 17 Uhr

 


  • Johannes Grützke: Böcklin, Bachofen, Burckhardt und Nietzsche auf der mittleren Rheinbrücke in Basel, 1970. Öl auf Leinwand, 250 x 330 cm; © Sammlung von Bartha, Basel / ProLitteris, Zürich
  • Peter Fischli / David Weiss: Dr. Hofmann auf dem ersten LSD-Trip, 1981/2013 (aus der Serie Plötzlich diese Übersicht). Tonplastik, ungebrannt, 16,5 x 15,5 x 8 cm; Emanuel Hoffmann-Stiftung, Geschenk von Peter Fischli 2015. Foto: Tom Bisig
  • Ferdinand Hodler: Die Sterbende, 1915. Öl auf Leinwand, 60,1 x 90,35 cm; Kunstmuseum Basel
  • Pipilotti Rist: I’m not the girl that misses much, 1986. 1-Kanal-Video, Farbe, Ton, 5 Minuten (Videostill); Kunstmuseum Basel / Courtesy the artist, Hauser & Wirth and Luhring Augustine, New York (Collection)
  • Hans Holbein d.J.: Bildnis des schreibenden Erasmus von Rotterdam, 1523. Mischtechnik auf Papier, auf Tannenholz aufgezogen, 37,1 x 30,8 cm; Kunstmuseum Basel
  • Käthe Kollwitz: Die Mütter, 1921-1922 (Blatt 6 der Folge Krieg). Holzschnitt auf Japanpapier, 36,5 x 43,1 cm; Kunstmuseum Basel
Kunstmuseum Basel
St. Alban-Graben 16
CH-4010 Basel
T: 0041 (0)61 20662-62
F: 0041 (0)61 20662-52
W: http://www.kunstmuseumbasel.ch


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Di bis So 10 - 17 Uhr

 


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