Rendez-vous des amis: Kurt Schwitters und Hans Arp

17.02.2018

18.02.2018 bis 17.06.2018  Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Die Arp Sammlungspräsentation wird einmal mehr durch ein besonderes «Rendez-vous des amis» im Grafikkabinett bereichert. 1918 begegnen sich Hans Arp (1886–1966) und Kurt Schwitters (1887–1948) erstmals im Berliner Café des Westens. Es ist der Beginn einer intensiven Künstlerfreundschaft, die sich nun zum 100. Mal jährt und somit Anlass gibt, diese auch im Kontext der Avantgarde bedeutende Begegnung zu feiern.


Erschüttert durch die Auswirkungen des großen Krieges und auf der Suche nach einer Gegenreaktion mittels der Kunst, brechen Arp und Schwitters früh mit der Tradition. Als Protagonisten von DADA und MERZ finden sie bald Mittel und Wege der neuen Realität mit radikalen, zukunftweisenden Kunstformen entgegenzutreten. Die Grenzen der traditionellen Kunstgattungen sind aufgehoben, das künstlerische Spektrum wird um bislang kunstferne Materialien erweitert. Fahrkarten oder Tapetenstücke werden «entformelt» wie Schwitters es nennt und treten von nun an wie selbstverständlich in ein spannungsreiches Miteinander, das die abstrakte Collage zu einem der wichtigsten bildnerischen Vehikel werden lässt.

Eine enge – nicht zuletzt von Witz und Ironie geprägte – gedankliche Verwandtschaft lässt sich in zahlreichen Werken entdecken. Erfreut konstatiert ihr Freund Hans Richter: «In vieler Hinsicht sprachen sie die «gleiche Sprache», eine Art hochkultiviertes Idiom der Schizophrenie, […] dem sie farbenreichsten, nie geahnten und nie gehörten Rhythmen, Assoziationen und Formen abgewannen und dadurch auch neue Gedanken, Erlebnisse, Sensationen.»

Gleichermaßen führen kollektive Texte, wie «Franz Müllers Drahtfrühling» eine vertraute Nähe vor Augen. Euphorisch halten Arp und Sophie Taeuber-Arp die Atmosphäre auf Rügen 1923 fest: «Es wird gedichtet, gemerzt und gearpt, den ganzen Tag». Der spielerische Umgang mit dem Wort hat einen wesentlichen Platz im Werk beider. Satzbau und Semantik werden regelrecht aus den Angeln gehoben und so nennt Schwitters ARP nun PRA. In der Serie der Merz-Hefte bildet Merz 5, die Arp-Mappe mit «7 Arpaden» einen vielbeachteten Höhepunkt. Die Arpade «Schnurr-Uhr» wird Schwitters fortan in seine Arbeiten integrieren.

Wenngleich sich Arp und Schwitters wiederholt mit der Kritik, ihre Kunst sei Unsinn, konfrontiert sehen, bewahren sich beide die unbefangene Leichtigkeit im Umgang mit Material und Wort. Die anhaltende Rezeption ihres Werks gibt ihnen dabei Recht. So widmet sich auch die aktuelle Ausstellung nun den humorvollen Seiten ihrer Künstlerfreundschaft, die noch manches Geheimnis birgt.


Rendez-vous des amis: Kurt Schwitters und Hans Arp
18. Februar bis 17. Juni 2018

Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
D-53424 Remagen
T: 0049 (0)2228 9425-12
F: 0049 (0)2228 9425-21
E: info@arpmuseum.org
W: http://www.arpmuseum.org


Öffnungszeiten

Di bis So/Fe 11 - 18 Uhr

 


  • Kurt Schwitters: Ohne Titel (Merz Arp, Diagramm für Plastique 4/ 1939), 1938. Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
  • Kurt Schwitters: Ohne Titel (Mit einem frühen Portrait von Kurt Schwitters), 1937/ 38. Sprengel Museum Hannover, Foto: bpk; Sprengel Museum Hannover, Michael Herling, Aline Gwose
  • Kurt Schwitters: Ohne Titel (Schnurruhr von Hans Arp), 1928. Kunsthaus Zürich, Foto: Kunsthaus Zürich
  • Kurt Schwitters (1.v.r.) und Hans Arp (3.v.l.) mit El Lissitzky, Theo van Doesburg, Helma Schwitters und Nelly van Doesburg mit Ernst Schwitters, Hannover 1922. Archiv der Stiftung Arp e.V., Berlin/ Rolandseck
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1
D-53424 Remagen
T: 0049 (0)2228 9425-12
F: 0049 (0)2228 9425-21
E: info@arpmuseum.org
W: http://www.arpmuseum.org


Öffnungszeiten

Di bis So/Fe 11 - 18 Uhr

 


artCore

Verein zur Förderung von
Online-Kulturberichterstattung
und Kunstpräsentationen im Internet

Kontakt

Schendlinger Straße 2, A-6900 Bregenz
T +43 (0)5574 85362
info@kultur-online.net

Kultur-Online Schweiz
T +41 (0)79 437 79 33
kapi@kultur-online.net

©artCore 2001-2016. Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.