Entfesselte Natur

06.10.2018

29.06.2018 bis 14.10.2018  Hamburger Kunsthalle

Mit einer großen epochen- und medienübergreifenden Ausstellung geht die Hamburger Kunsthalle mit bedeutenden Kunstwerken dem Thema der bildlich-künstlerischen Aufbereitung von Naturkatastrophen nach und beleuchtet dabei auch das Scheitern des Menschen an der Natur, etwa in Folge seiner Technikgläubigkeit. «Entfesselte Natur. Das Bild der Katastrophe seit 1600» zeigt ca. 120 Exponate, darunter Gemälde, Zeichnungen, Graphiken, Skulpturen, Fotografien, Filme und Videos.


Mit Feuersbrünsten, Erdbeben, Überschwemmungen, Vulkanausbrüchen und Schiffsuntergängen entfaltet sich in den Ausstellungsräumen ein thematischer Parcours, der den Besucher_innen einerseits die bildnerischen Konstanten in der Aufbereitung derartiger Katastrophen vor Augen führt, andererseits aber auch die epochenspezifischen Unterschiede vermittelt. Der besondere Reiz der Schau besteht in der räumlichen Zusammenführung von Exponaten, die in ihrer jeweiligen Entstehungszeit Jahrhunderte voneinander getrennt sind. Dabei spannt sich der Bogen der ausgestellten Werke von den Jahren um 1600 bis in die unmittelbare Gegenwart. Die zeitgenössischen Positionen sorgen für eine Verortung des Themas in der Jetztzeit und unterstreichen dessen Aktualität.

Katastrophen sind allgegenwärtig. Pausenlos berichten die Medien über Naturereignisse, Kriegshandlungen, politische Umbrüche oder anderweitige Krisenszenarien und greifen für deren Charakterisierung auf den Begriff der Katastrophe zurück: Katastrophen geschehen nicht einfach, sie werden gemacht. Erst in der Rezeption, in der aktiven Auseinandersetzung mit derart einschneidenden Begebenheiten erhalten sie ihre Kontur und offenbaren ihr charakteristisches Gesicht. Jedes Zeitalter macht sich seine Katastrophen und definiert diejenigen Kriterien neu, nach denen bestimmte Ereignisse erst als solche etikettiert werden können. Diese grundlegenden Bestimmungen bilden die Basis des Ausstellungsprojekts.

Zu sehen sind unter anderem Werke von Wenzel Hollar (1607–1677), Jan Asselijn (1610–1652), Johann Wolfgang Goethe (1749–1832), Caspar David Friedrich (1774–1840), Théodore Géricault (1791–1824), John Martin (1789–1854), Werner Herzog (*1942), Martin Kippenberger (1953–1997), Christian Jankowski (*1968) und Julius von Bismarck (*1983). Neben Arbeiten aus den Beständen der Hamburger Kunsthalle kommen zentrale Leihgaben aus renommierten Museen und Sammlungen, darunter aus dem Musée d’Orsay in Paris, der National Gallery und dem Victoria and Albert Museum in London, dem Schwedischen Nationalmuseum in Stockholm, dem Kunsthaus Zürich und dem Belvedere in Wien.


Entfesselte Natur
Das Bild der Katastrophe seit 1600
29. Juni bis 14. Oktober 2018

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D-20095 Hamburg
T: 0049 (0)40 428 131 200
F: 0049 (0)40 428 5434 09
E: info@hamburger-kunsthalle.de
W: http://www.hamburger-kunsthalle.de


Öffnungszeiten

Di bis So 10 - 18 Uhr
Donnerstag 10 - 21 Uhr
Montag geschlossen

 


  • Caspar David Friedrich (1774–1840): Das Eismeer, 1823/24. Öl auf Leinwand, 96,7 x 126,9 cm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Elke Walford
  • Friedrich von Rohde (Lebensdaten unbekannt): Sündflut, 1841. Öl auf Leinwand, 99 x 129 cm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Elke Walford
  • Uta Schotten (*1972): Titanic, 2017. Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm; Privatbesitz
  • Johann Carl Berthold Püttner (1821–1881): Untergang des Auswandererschiffes 'Austria' am 13. September 1858, 1858. Öl auf Leinwand, 112 x 154 cm; © Deutsches Historisches Museum, Berlin / A. Psille
  • Julius Schnorr von Carolsfeld (1794–1872): Loth flieht mit seiner Familie aus Sodom, 1855. Feder in Grau über Bleistift, 220 x 262 mm; © Bildarchiv Hamburger Kunsthalle / bpk
Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D-20095 Hamburg
T: 0049 (0)40 428 131 200
F: 0049 (0)40 428 5434 09
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